A wie kostbare Augenblicke, T wie Trinkmenge, Z wie Zufüttern: Willkommen in der bunten Welt des Fläschchengebens! Hier gibt es für jede Mama noch was zu entdecken an Hintergrundwissen und wichtigen Tipps.

A wie Augenblicke – Davon wirst du mit deinem Baby viele innige teilen beim Fläschchengeben. Beim Füttern wird Vertrauen aufgebaut. Genieße diese Zeit und halte Blickkontakt mit deinem Baby. Ihr werdet das als wunderschöne Weise entdecken, euch miteinander auszutauschen.

B wie Bäuerchen – etwa nach der Hälfte der Mahlzeit und nochmals am Ende sollte ein Bäuerchen raus. Lege dafür ein Spucktuch über deine Schulter und nimm Nuckelchen aufrecht in den Arm, sodass Brust und Bauch aufliegen und Nuckelchen über deine Schulter blicken könnte. Jetzt klopfst du mit der flachen Hand sanft auf den Rücken – das erleichtert das Austreten der Luft. Nuckelchen macht partout kein Bäuerchen oder ist fest eingeschlafen? Das raten Hebammen: Beobachte, ob es nach dem Hinlegen zufrieden schläft und auch nicht spuckt. In diesem Falle muss man das Bäuerchen auch nicht auf Teufel komm raus forcieren. Hebamme Janis Schedlich: “Trinkt ein Baby ruhig und entspannt, so stößt es vielleicht gar nicht auf. Es hat einfach keine Luft geschluckt. Trinkt es hektisch und schnell, schmatzt beim Saugen laut, weil es ständig den Sauger loslässt, schluckt es viel Luft, die wieder heraus will.”

C wie Couch – mach es dir gemütlich! Stillende werden immer daran erinnert, wie viele Stunden am Tag sie in dieser Position verbringen, aber das gilt auch für “Fläschchenmamis”! Such dir ein angenehmes Plätzchen, schieb dir ein Kissen unter den Arm und in den Rücken – manchmal ist auch etwas zum Füßeabstellen noch hilfreich und bequem.

D wie Dauernuckeln – das solltest du Nuckelchen keinesfalls tun lassen, da es das Risiko für Karies erhöht.

E wie Ellenbeuge – in ihr ruht Nuckelchens Köpfchen. Seine Position ist leicht aufrecht, der Kopf also im Vergleich zum Rest des Körpers etwas höher gelagert. Das erleichtert das Schlucken.

F wie Fläschchen – halte es beim Füttern schräg, der Sauger sollte immer voller Milch sein, damit Nuckelchen keine Luft schluckt.

G wie Geruch – deinen körpereigenen Geruch kennt und liebt Nuckelchen. Vermeide das Auftragen von Parfüm. Und noch etwas: Manchmal riechen die Kunststofffläschchen vor dem ersten Gebrauch nach Kunststoff, was das sensible Babynäschen ebenfalls irritieren kann. Nach mehrmaligem Auskochen hast du diesen Störfaktor aber beseitigt.

H – wie Hautkontakt – Babys lieben ihn. Denke dir nichts, wenn du Nuckelchen beim Füttern an deine nackte Brust legst, so atmet es dabei auch deinen urvertrauten Geruch ein.

H wie “Hungaaaaa!” – er muss aber nicht immer der Grund sein, warum Nuckelchen schreit! Manchmal will es womöglich nur auf dem Arm geschaukelt werden. Aber wenn’s pressiert, solltest du das Fläschchen schnell parat haben.

K wie Kuscheln und Körperwärme – dass Nuckelchen beides beim Füttern nicht nur von der Mama, sondern auch vom Papa bekommen kann, ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil des Fläschchens. Es kann sehr wohl zu einer innigen Bindung beitragen – zu beiden Elternteilen.

L wie Lippen – mit ihnen und mit der Zunge nimmt Nuckelchen so viel seiner Welt war. Statt den Sauger einfach in den Mund zu schieben, berühre zuerst die Lippen deines Babys, das löst den Saugreflex aus. Die Lippen sollten den Sauger beim Trinken dann in dem Bereich umschließen, wo der Sauger am breitesten ist, also nicht ganz vorne.

M wie Milch – was von ihr übrig bleibt (und das passiert leider oft, denn jeder will das Gefühl vermeiden, dass Nuckelchen womöglich noch mehr gewollt hätte), schütte bitte weg. Nach der Zubereitung darf die Milch maximal zwei Stunden lang aufbewahrt werden.

N wie Nähe – auch hier nochmal: genieße sie. Die ersten Monate gehen so schnell vorbei! Die Wäsche läuft nicht davon – sie kannst du übrigens auch wunderbar mit einem im Tragetuch schlafenden Nuckelchen aufhängen.

O wie “Och Spätzchen, nicht immer nur einschlafen. Trinken!” – manche Babys neigen dazu, auf dem gemütlichen Arm nach den ersten Schlücken jedes Mal einzuschlafen. Ein bisschen Animieren ist dann erlaubt: Oft hilft es, Nuckelchen ein wenig unterm Kinn zu streicheln oder das Füsschen zu massieren. “Bei sehr schläfrigen Kindern ist manchmal auch zweimal Aufstoßen lassen und zwischendurch Wickeln hilfreich, damit sie weitertrinken”, weiß Hebamme Schedlich.

P wie Problem – manchmal kommt es zu kleinen Zwischenfällen wie Verschlucken oder starkem Spucken. In diesem Fall unterbrichst du das Füttern sofort, richtest Nuckelchen auf und wartest, bis es sich beruhigt hat. Siehe dazu auch “R wie Reflux”.

R wie Reflux = Rückfluss – wenn Babys stark spucken nach dem Trinken, da ein Schließmuskel im Mageneingang noch nicht so gut funktioniert. “Meist sieht es nach mehr aus als es wirklich ist”, beruhigt Hebamme Janis Schedlich. “Ein handflächengroßer Spuckfleck ist nicht mehr als zehn bis 20 Milliliter Flüssigkeit.” Sie empfiehlt, das Kind etwas aufrechter schlafen zu lassen nach dem Trinken. Auch Anti-Reflux-Babynahrung kann Abhilfe schaffen. Der Umstieg sollte aber in Absprache mit Arzt oder Hebamme erfolgen. Sollte Nuckelchen aber in hohem Bogen jede Mahlzeit ausspucken oder habe es offenbar Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme, sei unbedingt der Kinderarzt aufzusuchen, so Schedlich.

S wie Spucktuch – sollte immer dabei sein beim Füttern. Siehe dazu auch “B wie Bäuerchen” und “R wie Reflux”.

S wie Sauger – die richtige Größe ist wichtig. Hebamme Schedlich dazu: “Flaschenkinder schaffen in kurzer Zeit große Mengen – für 70 Milliliter Milch sollte ein sieben Tage altes Kind 15 bis 20 Minuten brauchen. Schafft es das in fünf Minuten, geht es zu schnell. Das erhöht die Gefahr, dass alles wieder hochkommt. Nehmen Sie in diesem Fall einen Teesauger für die Milch.”

S wie Satt – gerade Frühchen werden anfangs animiert, genügend Nahrung zu sich zu nehmen. Im Normalfall aber, wenn das Baby gut gedeiht und wächst, gilt: satt ist satt. Nuckelchen muss sein Fläschchen nicht austrinken! “Die Milch läuft aus der Flasche viel schneller als aus der Brust. Das Sättigungsgefühl tritt erst nach einiger Zeit ein”, sagt Hebamme Schedlich.

T wie Trinkmenge – Die Angaben auf den Milchpulverpackungen dazu sind teilweise abenteuerlich, lass dich dadurch nicht verunsichern. Frage am besten bei deiner Hebamme nach, ob die Trinkmengen des Kindes in Ordnung sind. Auch im Internet findest du Hinweise zu Gewichtsentwicklung und Trinkmenge.

U wie Unterdruck – manchmal scheint sich der Sauger am Gaumen festgesaugt zu haben, was das Trinken für Nuckelchen erschwert. In diesem Fall den Sauger kurz aus dem Mund rausziehen.

V wie verstopfter Sauger – in der Regel wird schnell bemerkt, wenn Nuckelchen nicht genug Milch aus dem Sauger bekommt: Die Menge wird trotz Anstrengungen nicht weniger, vor allem aber wird dein Baby vermutlich protestieren. Manchmal merkt man es auch, weil es saugt und saugt und kaum schluckt. Also den verstopften Sauger am besten so schnell wie möglich gegen einen frischen, sterilisierten austauschen.

W wie Wickeln – “Oben rein, unten wieder raus”: Eltern können oft kaum fassen, wie oft Nuckelchen am Anfang “was Großes” in die Windel macht. Zwillingsmama Antonia: “Wir haben oft sofort gewickelt, wenn während des Fütterns was in der Windel landete. Der Vorteil: Die Babys waren dann wieder wacher und haben danach brav weitergetrunken. Am Ende waren sie satt und sind eingeschlafen – und wir mussten sie nicht wieder aufwecken.”

X wie X-mal am Tag? – ja, am Anfang trinken Babys noch sehr häufig. “Für die ersten zehn Tage gilt: Man geht von sechs Mahlzeiten in 24 Stunden aus und gibt zehn Milliliter pro Lebenstag und pro Mahlzeit mehr. Möglicherweise trinkt Ihr Kind nicht nur sechsmal, sondern achtmal, dafür dann aber kleinere Portionen”, sagt Hebamme Janis Schedlich.

Z wie Zufüttern – Stillende, die zufüttern, geben erst die Brust und dann das Fläschchen.

 


Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Tipps für die Flaschenfütterung
    sowie Tipps und Erfahrungen von Hebammen und Mamas.
  • Janis Schädlich: Milch & Brei, Das Beste für mein Baby – alles über Stillen Fläschchen und Brei  (Südwest Verlag, 2013). (Die Autorin ist freiberufliche Hebamme und gibt regelmäßig Kurse in Berlin. Kontakt: janis.schedlich[at]web.de)

Weiterführende Links: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – Jedes Kind ist einzigartig – das Baby kennenlernen

 

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