Es gibt nicht nur Milchpulver-Sorten, die Blähungen vorbeugen sollen, sondern auch Babyflaschen: die viel gerühmten Anti-Kolik-Fläschchen. Wie soll das funktionieren und vor allem: Helfen diese Flaschen wirklich gegen Blähungen?
Eines ist wichtig zu wissen: Wenn dein Baby viel schreit, kann es mit Ernährung und Verdauung zu tun haben – muss aber nicht. Es gibt viele andere mögliche Ursachen für Dauerschreien. Dennoch empfehlen wir auf jeden Fall die Wahl eines Fläschchens mit Anti-Kolik-System.

Denn was geschieht normalerweise beim Trinken? Nuckelchen saugt rhythmisch, wobei in der Flasche zunehmend Unterdruck entsteht. Irgendwann muss dein Baby diesen Unterdruck ausgleichen, damit der Milchfluss gleichmäßig weitergehen kann. Also öffnet es den Mund, um Luft in die Flasche einströmen zu lassen. Nun gibt es unterschiedliche Systeme, die verhindern sollen, dass Nuckelchen das Trinken unterbrechen muss bzw. unnötig Luft schluckt und dadurch womöglich quälende Blähungen bekommt.

Ventile im Sauger sollen Abhilfe schaffen

NUK und AVENT setzen auf Ventile im Sauger, durch die Luft in die Flasche kommt. Beide haben ihr System kürzlich optimiert. Seit Ende 2014 ist die AVENT Klassik+ auf dem Markt, die das alte Modell AVENT Klassik ersetzt – letzteres ist ein Auslaufmodell. Eine gute Nachricht! Denn Eltern haben zwar gemeinhin sehr gute Erfahrungen mit AVENT gemacht, als Störfaktor empfanden viele aber den kleinen Adapterring, den man zwischen Sauger und Flasche einsetzen musste. Jedem Babysitter musste Mom das wieder und wieder einbläuen. Im nächtlichen Delirium vergaß man das auch schnell selbst mal, dann lief alles aus. Das neue System hat die Anti-Kolik-Funktion nun im Sauger integriert. Wesentlich praktischer!

Klinisch getestet und belegt wurde nicht nur die Effizienz des Anti-Kolik-Systems von AVENT, sondern auch von MAM, das in Deutschland seit 2004 erhältlich ist.

MAM: Anti-Kolik-Flaschen sind selbst-sterilisierend

Die Sauger der österreichischen Firma MAM haben keine Ventile, stattdessen befinden sich Löcher im Boden der Flasche, die Luft hineinlassen und somit für Druckausgleich in der Flasche sorgen. Dadurch fließt die Milch gleichmäßiger. Außerdem steigt die Luft nicht nach oben auf, so dass sich weniger Schaum bildet.

Der Kinderarzt Dr. Reinhold Kerbl vom Landeskrankenhaus Leoben in Österreich verglich die Wirkungen von Flaschen ohne Anti-Kolik-System mit der Wirkung der MAM-Flaschen. Der Einsatz der MAM-Flaschen brachte deutliche Erfolge: Eltern von Kindern mit Koliken berichteten dem Hersteller gegenüber schon nach zwei Wochen, dass ihre Babys deutlich weniger Beschwerden (Blähungen, Aufstoßen, Schreien) hätten.

Laut eigenen Angaben von MAM akzeptierten 99 Prozent der Babys das Fläschchen in Untersuchungen. Dieses System hat auch den praktischen Vorteil, dass die Fläschchen selbst-sterilisierend sind: Man braucht nur eine Mikrowelle und etwas Wasser, den Vaporisator spart man sich. Nachteil allerdings: Die Flasche besteht aus sehr vielen Teilen.

 


 

Weiterlesen: Eltern-Erfahrungen: Diese Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Fläschchen ->

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