Manche Hersteller vermelden, dass die Nachfrage nach Babyflaschen aus Glas steigt. Woran liegt das? Sind sie nicht viel unpraktischer als ihre Geschwisterlichen aus Kunststoff? Wir haben uns die beiden Möglichkeiten genauer angeschaut.

Knuffig, hungrig, durstig sucht: Praktisch, leicht, unkaputtbar, ungefährlich, mit viiieeel Platz für leckere Milch und dem perfekten, mamabusenähnlichen Strohhalm – äh, Sauger. 

Es wäre ein bisschen frech, würde sich auf Nuckelchens Anzeige ein Glasfläschchen melden. Zu schwer in der Hand, zu zerbrechlich, zu gefährlich – vor allem, wenn das Baby das Fläschchen irgendwann selbst hält. Das Premium-Glas ist zwar dick und hält einiges aus. Aber wer schon mal gesehen hat, wie ein Kind eine Flasche quer durchs Zimmer pfeffert, wird den Kopf einziehen und sich schwören: “Never – ever – Glas.”

Trotzdem ziehen viele Eltern ein Glasfläschchen der Kunststoffalternative vor. Laut Hersteller MAM wächst sogar die Nachfrage, weshalb die Firma Glasflaschen 2013 ins Sortiment geholt hat. Von AVENT und NUK gibt es sie schon länger. Glasflaschen gelten als besonders unbedenklich, umweltfreundlich (vollständig recyclebar) und hygienisch. Glas ist geschmacks- und geruchsneutral, es verfärbt sich nicht. Zudem sind Glasfläschchen hitze- und temperaturschockbeständig, so dass sie auch im Geschirrspüler gereinigt und anschließend sterilisiert werden können.

Klitzekleine Verunreinigungen sieht man am Glas besser als am Kunststoff. Und: Selbst wenn die Babyflasche schon länger in Gebrauch ist, nutzt es sich nicht ab – in Kratzern können sich immer auch Bakterien festsetzen. Wer aus all diesen Gründen auf Glasflaschen setzt, sollte zur Sicherheit die Anschaffung eines Silikonschutzes erwägen, den gibt es zum Beispiel von NUK.

Wovon Hebammen allerdings abraten: Muttermilch in Glasfläschchen einfrieren. Wertvolle Bestandteile der Milch können beim Auftauen an der Glaswand haften bleiben und gehen somit verloren.

Keine Angst vor Kunststoff

Glas hat gegenüber Kunststoff vor allem einen sehr guten Ruf, nachdem Anfang der 2000er-Jahre eine heiße Debatte entbrannt war: Forscher warnten eindringlichst vor möglichen Gesundheitsschäden durch den Plastikgrundstoffs Bisphenol A (BPA), der damals noch in Kunststofffläschchen für Babys enthalten war. Das gehört allerdings längst der Vergangenheit an: Seit März 2011 darf BPA EU-weit nicht mehr zur Herstellung von Babyflaschen verwendet werden, im Juni 2011 verschwanden BPA-Fläschchen ganz aus den Verkaufsregalen, viele Firmen verzichteten schon lange vorher freiwillig auf BPA.

Also getrost zu einem Kunststofffläschchen greifen, sein Material wird von Experten als hochwertig beschrieben, und seine Vorteile sind einfach nicht zu überbieten: leicht, daher ideal auch für unterwegs (die Wickeltaschen von Flaschenkinder-Mamis sind ohnehin schwer genug!) und in jeder Hinsicht ungefährlich. Seit dem BPA-Verbot halten die Flaschen auch den Kriterien von Öko-Test stand – es wurden keinerlei problematische Substanzen mehr gefunden.

Eine Wissenschaft mit Liebe zum Detail

Eltern, die wirklich tief in die Materie (im wahrsten Sinne des Wortes!) einsteigen, haben etwa beim Marktführer NUK die Wahl zwischen den Kunststoffen Polyamid und Polypropylen. Polyamid ist transparent wie Glas, Polypropylen-Flaschen haben eine leicht milchige Optik.

Mag sein, dass die Babyflasche am Anfang etwas nach … naja, eben Kunststoff riecht. Babys reagieren sehr sensibel auf Gerüche! Tipp: Ein paarmal auskochen vor Gebrauch, dann sollte das behoben sein. Worauf man auch achten sollte: Bekommt das Fläschchen Abnutzungsspuren wie Risse, sollte es unbedingt ausgetauscht werden.


 

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Weitere Infos von Öko-Test zu Babyflaschen ->

 

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