Keine Frage: Die notwendige Hygiene und Sorgfalt rund ums Fläschchenmachen bedeuten viel Arbeit. Für Nuckelchens Gesundheit sind sie aber absolut notwendig. Was du beachten musst und welche Tricks die Zubereitung etwas erleichtern.

Mama von einem Fläschchenkind zu sein erfordert so große Sorgfalt, weil Nuckelchen seine Abwehrkräfte erst entwickeln muss und daher noch sehr anfällig für bakterielle Infektionen ist. Hygiene in allen Bereichen ist daher ungemein wichtig. Mindestens ebenso gefordert ist Organisation. Damit es zum Zeitpunkt “Hunger!!” schnell geht, sollte alles zum Füttern möglichst optimal vorbereitet sein.

Die Empfehlungen für reif geborene und gesunde Säuglinge vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben wir dich gemeinsam mit unseren Erfahrungen und einigen Hebammen-Tipps zusammengefasst.

Hygiene ist das A und O

Fläschchen und Sauger zuerst mit heißem Wasser, Spülmittel und einer Spülbürste, die ihr ausschließlich für die Babyutensilien verwendet, gründlich reinigen und anschließend (am besten im Vaporisator oder mit entsprechender Ausrüstung in der Mikrowelle) sterilisieren. Trocknen lassen und dabei mit einem frischen Küchentuch abdecken. Das Sterilisieren ist in Nuckelchens ersten sechs Lebensmonaten notwendig.

Vor der Zubereitung des Fläschchens mit Seife die Hände waschen. Räumlich und zeitlich sollte die Zubereitung getrennt von der Verarbeitung roher Lebensmittel stattfinden.

Tipps und Tricks rund ums Wasser

Trinkwasser aus der Leitung eignet sich am besten für die Fläschchen-Zubereitung. Eine Ausnahme stellt hier Wasser beispielsweise aus Bleileitungen dar – im Zweifelsfall wende dich an deinen Hauseigentümer oder das Wasserwerk. Der Kalk- und Nitratgehalt des Wassers sollte gering sein. Generell kannst du auch auf gekauftes Wasser ausweichen mit der Aufschrift “für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet”. Angebrochene Wasserflaschen bitte im Kühlschrank aufbewahren. Lass das Wasser aus der Leitung ablaufen, bis es kalt ist. Dann kannst du es verwenden. Von Wasserfiltern raten Experten übrigens ab!

Jetzt wird es tricky. Das Wasser muss abgekocht sein, die optimale Temperatur für eine gute Auflösung des Pulvers liegt aber bei 40 bis maximal 50 Grad, die Trinktemperatur beträgt 37 Grad. Ist es heißer, verbrüht sich Nuckelchen.

Wie kriegt Mom das mit der richtigen Temperatur am besten hin? Im Idealfall schon immer morgens zwei Thermoskannen vorbereiten – eine mit abgekochtem heißen und eine mit abgekochtem kaltem Wasser. Du entnimmst dann jeweils ca. ein Drittel des erforderlichen Wassers aus der heißen Thermoskanne und den Rest aus der abgekühlten. Dann sollte die Trinktemperatur richtig sein.

So überprüfst du es: Lass ein paar Tropfen auf die Innenseite deines Handgelenks fallen. Die Milch sollte in etwa Körpertemperatur haben, dir also nicht heiß oder kalt vorkommen. Nicht selbst aus der Flasche trinken! Sonst war das Abkochen für umsonst.

Ist das Fläschchen noch zu heiß, entweder unter laufendes kaltes Wasser halten oder in ein kaltes Wasserbad stellen – dabei jeweils nur beachten, dass der Sauger nicht vom Wasser benetzt wird. Sonst sind wieder Keime auf dem Sauger.

Noch ein Hinweis: Vorsicht beim Hantieren mit dem kochenden Wasser! Das Kind dabei nicht auf dem Arm halten und auch auf dich selbst aufpassen – bei Müdigkeit passiert schnell mal ein Unfall. Den Wasserkocher immer außer Reichweite von Kleinkindern stellen.

Milch immer frisch zubereiten, Reste wegschütten

Bitte die Dosierung des Pulvers genau einhalten, die auf der Packung angegeben ist. Die Mengenangaben entsprechen gestrichenen Löffeln – viele Packungen enthalten dafür eine Vorrichtung, an der du den Löffel abstreichen kannst. Ansonsten mit einem Messerrücken glattstreichen. Klingt pingelig, ist aber wichtig. Vermeide es, Mengen zuzubereiten, für die du halbe Löffel Pulver brauchen würdest, das lässt sich nicht genau genug abmessen. Ausreichend Schütteln nicht vergessen, damit sich das Pulver optimal auflöst.

Bakterien können sich im trocken aufbewahrten Pulver nicht vermehren. Deshalb die Packung immer gut verschließen! Die Milch mit der Trinktemperatur von 37 Grad bietet jedoch das ideale Milieu für die Vermehrung der Bakterien. Daher bitte die Milch immer frisch zubereiten und maximal zwei Stunden lang aufbewahren, die nicht getrunkenen Reste müssen weggeschüttet werden. Mit der Zeit bekommst du heraus, wann Nuckelchen in etwa wie viel trinkt. Erfahrungsgemäß muss aber trotzdem recht viel weggeschüttet werden – auch wenn es schmerzt.

Solltest du tiefgefrorene Muttermilch auftauen, diese bitte auch nicht über Stunden aufbewahren. Nach dem Füttern Fläschchen und Sauger möglichst sofort reinigen, damit die Nahrungsreste nicht antrocknen. Dort bilden sich sonst schnell Keime.


 

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