Stillen ist so leicht – und so wunderschön! Simone (32) aus Adelzhausen hatte sich sehr auf diese Erfahrung gefreut. Trotzdem sollte es bei ihrem ersten Sohn anders kommen. Eine Erfahrung, aus der sie gelernt und positive Schlüsse gezogen hat – ganz zum Wohl ihrer Zwillinge. Denn diese waren von Anfang an Flaschenkinder.

“Als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war, stand für mich von Anfang an fest, dass ich ihn unbedingt und um jeden Preis stillen wollte. Hatte ich doch als Vorbild meine beste Freundin, bei der es sofort wunderbar mit dem Stillen klappte. Natürlich gab es auch bei ihr zu Beginn wunde Brustwarzen und so weiter, aber der Zwerg trank super, wurde satt und schlief mit knapp zwei Monaten auch schon seine sechs bis acht Stunden durch.

Voller Vorfreude malte ich mir also bereits aus, wie angenehm und leicht die Stillzeit sein würde, welche Vorteile ich durch das Stillen hätte und wie wunderbar ausgeglichen ich und vor allem das Neugeborene sein würde, denn so hatte ich es ja mit eigenen Augen bei anderen gesehen. Dann wurde mein Sohn per geplantem Kaiserschnitt geboren, da er bis zum Schluss in BEL lag und ich mir als Erstgebärende eine spontane Steißgeburt nicht zutraute. Wir waren überglücklich, die Milch floss und nach zwei Tagen meinte die Hebamme, dass auch der Milcheinschuss bereits stattgefunden haben müsste – was mich doch sehr wunderte, denn aus Erzählungen wusste ich, dass man dies auch merken sollte.

Wir quälten uns mit dem Stillen

Doch bereits im Krankenhaus ergab sich ein erstes Problem, denn mein Sohn trank nur ordentlich, wenn ich Stillhütchen benutzte. Ohne dieses Hilfsmittel schrie er nur und schaffte es nicht zu saugen. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir quälten uns. Ich aus reinem Pflichtgefühl, da das Stillen ja bis dahin empfohlen wird, durch die ersten sechs Monate mit Dauerstillen. Meist waren die Abstände zwischen den Mahlzeiten maximal zwei Stunden, nachts ab und zu etwas länger. Ich hatte das Gefühl, dass wir beide – sowohl das Kind als auch ich – erleichtert und froh waren, als wir endlich abstillten und der Kleine die Flasche bekam.

Als unser Erstgeborener dann ein Jahr und neun Monate alt war, wurde ich nach einigen Übungszyklen wieder schwanger. Wir freuten uns sehr und ich war sogar bereit, es nochmal mit dem Stillen zu versuchen. Allerdings nur unter der Option, es diesmal frühzeitig abzubrechen, sollte es sich wieder in ein Dauerstilldesaster verwandeln. Doch dann fand die Frauenärztin bei meinem ersten Ultraschalltermin nicht nur eine Fruchthöhle mit Embryo und schlagendem Herzen, sondern gleich zwei! Das war der Moment, in dem für mich, bei aller Freude, sofort feststand, dass ich definitiv nicht stillen, ja es nicht einmal mehr versuchen würde.

Zwillinge stillen? Niemals.

Zwei Babys sind ohnehin eine Sache, an die man sich schon die ganze Schwangerschaft über gewöhnen muss. Oft hatte ich Ängste und Sorgen, vor allem auch darüber, wie sehr der “Große” vielleicht darunter leiden würde. Aber auch anderes, sodass ich für mich an diesem Punkt bereits eindeutig feststand, den “Stillstress” – und als nichts anderes hatte ich es bei meinem ersten Sohn empfunden – würde ich mir nicht noch zusätzlich zu dem übrigen sicherlich nervenaufreibenden Alltag mit Zwillingen antun.

Sofort nach der Geburt, die wieder ein Kaiserschnitt war, da die Ärzte aufgrund des ersten dazu rieten, bekam ich eine Abstilltablette und da die beiden Zwerge sechs Wochen zu früh dran waren, klappte das ganz ohne Probleme. Meine kleinen Zwillingsjungs sind also von Anfang an Flaschenkinder und wir drei sind aus vielerlei Gründen sehr sehr froh über diese Entscheidung! Zum Glück wurde dieser Entschluss auch zu keiner Zeit von irgendjemandem aus meinem Umfeld in Frage gestellt und ich musste mich nicht ein einziges Mal dafür rechtfertigen, die beiden nicht gestillt zu haben.

Keine Sekunde Reue

Darüber bin ich froh, denn ab und zu hatte ich schon Momente, in denen ich mir schlecht vorkam, diesen beiden die Muttermilch vorzuenthalten. Mittlerweile sind die Zwillinge fast ein Jahr alt und rückblickend habe ich es noch keine Sekunde bereut, dass die beiden glückliche Flaschenkinder mit einer meist recht entspannten Mama geworden sind.”

 

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