Diese Umfrage rührt zu Tränen: Der südafrikanische Kinderarzt Alastair McAlpine hat seine kleinen sterbenden Patienten gefragt, was ihnen wirklich wichtig ist. Die Antworten veränderten sein Leben. In den sozialen Medien teilt er, was er von den tapferen Kindern gelernt hat.

Holt schon mal eure Taschentücher. Der südafrikanische Arzt Alastair McAlpine hat eine Umfrage unter Kindern gemacht, die nun das Netz erobert und Menschen auf der ganzen Welt bewegt.

Der Palliativmediziner wollte für wissenschaftliche Untersuchung  die Einstellung sterbenskranker Kinder zum Leben untersuchen und fragte sie, was ihnen Freude bereitet im Leben.

Twitter / Alastair McAlpine

(c) Twitter / Alastair McAlpine

„Ihre Antworten waren überraschend“, fasst McAlpine in einem Artikel für den „Guardian“ zusammen, „tatsächlich habe ich meine Beziehungen mit Freunden und Familie ganz neu bewertet. Ich verbringe jetzt mehr Zeit mit den Menschen, die ich liebe und sage ihnen, was ich für sie empfinde.“

Seit McAlpine einige der Antworten auf Twitter teilte, gehen sie viral. Dabei seien es eigentlich die Dinge, von denen wir ganz instinktiv wüssten, wie wichtig sie seien und für die es auch keine großen Summen Geld brauche, „die wir aber oft in der Hektik des Alltags vergessen“, so McAlpine.

Es war nichts Materielles, an dem die Kinder hingen. Letztlich sei es vielmehr immer um die Bedeutung menschlicher Verbindungen gegangen.

Das sind die sechs Lehren, die McAlpine aus den Gesprächen mit seinen kleinen Patienten zog:

1. Unglaublich wichtig: Zeit mit Familie und Haustieren

Und dabei spielte es eine geringe Rolle, ob dabei gesprochen, gelacht, gespielt wurde – oder man gemeinsam schwieg.
Etwas, dass die Kinder bedauerten: Nicht mehr Zeit verbracht zu haben mit Mama, Papa und den Geschwistern.

2. Lachen ist lebenswichtig

Sterbende Kinder finden dieselben Dinge lustig wie gesunde, befand McAlpine: tollpatschige Erwachsene, Slapstick usw.
„Zu lachen, ist aus so vielen Gründen wichtig – aber es lindert auch Schmerz“, weiß der Arzt. Leichtigkeit in einer so tragischen Situation zu schaffen, sei schwer. McAlpine erinnert sich aber an manche Eltern, die dabei über sich hinauswuchsen. „Ein Vater machte lustige Grimassen, während er weinte. Es hat sich immer gelohnt. Und ob krank oder gesund: Kinder erfreuen sich immer am Pupsen!“

3. Inspirierend: Wenn eine geliebte Person eine gute Geschichte vorliest oder erzählt

Eine andere „Realität“ weit weg vom Krankenhaus zu erleben, war für die Kinder wichtig – und ermutigend: „Wenn Harry Potter es schaffte, Voldemort immer wieder zu begegnen, konnten sie selbst ihre eigenen ,Monster‘ bezwingen.“

4. Im Meer schwimmen, im Sand spielen und Eis essen (ja, auch jetzt im Winter!) sind Vergnügen, an die wir uns erinnern

Es sind oft genau diese kleinen Momente, die unbezahlbare Erinnerungen schaffen.

5. Schon Vierjährige sorgen sich um ihre Eltern

„Viele der Kinder hatten ihren Frieden gefunden mit ihrem Schicksal“, erzählt McAlpine, „aber sie wollten ihre Eltern beschützen vor dem Schmerz. Diese Umkehrung der Rollen ist überraschend verbreitet.“
McAlpine findet es deshalb wichtig, die Familien zu ermutigen, offen und ehrlich miteinander zu sprechen, „auch wenn es weh tut.“

6. An einfache, liebenswürdige Gesten erinnert man sich bis zum Ende

Es kann der Klassenkamerad sein, der sein Pausenbrot anbietet oder das Lächeln einer Krankenschwester: Solche Gesten sind für die Kinder die echten Tugenden, die sie mit sich im Herzen tragen.
McAlpine erinnert sich an die letzten Worte einer kleinen Patientin: „Danke, dass du meine Hand gehalten hast, als ich Angst hatte.“

Das Leben genießen – jetzt

Eigentlich seien keine dieser Lehren bahnbrechende Erkenntnisse. „Aber wenn sie von Kindern kommen, die tapfer dem Tod gegenübertreten, dann haben sie eben eine besondere Tiefe“, zeigt sich McAlpine bewegt. Und schließt mit den Worten: „Wenn Sie mich nun entschuldigen würden: Ich gehe jetzt zum Strand, um ein Eis zu essen.“
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