Sicher kennst du von Babyflaschen und Spielzeugen das Gütesiegel “BPA-frei“. Was hat es damit auf sich? Wie gefährlich ist die Chemikalie für Fläschchen? Warum auf “BPA-frei” achten?BPA ist die Chemikalie, aus der Polycarbonat-Kunststoffe hergestellt werden. BPA begegnet uns permanent im Alltag und steht oft in direktem Kontakt mit Lebensmitteln – zum Beispiel in Folienverpackungen, Konservendosen, Mehrweg-Plastikgeschirr. BPA macht Kunststoffe leicht und lichtdurchlässig.

Wissenschaftler befürchten schwerwiegende Folgen

Warum ist es so umstritten, geradezu verhasst? Forscher und Verbraucherschützer warnen seit Jahren vor möglichen Schäden des zentralen Nervensystems, da sich die Chemikalie durch den Kontakt mit Säuren, Laugen und heißen Flüssigkeiten aus dem Material lösen kann. Kochendes Wasser – wichtig für die Reinigung von Babyfläschchen – beschleunigt die Rate sogar auf das 55-fache.

Im Körper könne BPA dann wie das Hormon Östrogen wirken und Entwicklungsstörungen, Fettleibigkeit, Unfruchtbarkeit, Diabetes und Leberschäden verursachen, sagen Forscher. Auch wenn Schäden bisher nur in Tierversuchen eindeutig nachgewiesen werden konnten, werden zumindest aber Anhaltspunkte für den Zusammenhang von BPA und gesundheitlichen Folgen beim Menschen gesehen, speziell für die Reifung des Gehirns von Ungeborenen und Kleinkindern.

Länder haben BPA-Verbot eingeführt

In Kanada dürfen schon seit 2008 keine Babyflaschen mit BPA mehr verkauft werden, andere Länder folgten dem Beispiel. In der EU gilt “BPA free” für Babyflaschen gesetzlich seit 2011. Frankreich ging im Januar 2015 als erstes EU-Land noch einen Schritt weiter: BPA darf dort seither für gar keine Lebensmittelverpackungen mehr verwendet werden.

Bemerkenswert ist auch, dass die EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) Anfang 2015 den Wert, den sie als gesundheitlich akzeptabel einstuft, von 50 auf vier Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag reduzierte. Im Gutachten dazu heißt es: “Auswirkungen auf die Fortpflanzungsorgane, das Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf-, Nerven- und Immunsystem sowie auf die Entstehung von Krebserkrankungen werden derzeit nicht als wahrscheinlich erachtet, konnten aber anhand der verfügbaren Daten nicht ausgeschlossen werden.”

BPA nicht nur in Lebensmittelverpackungen

Also lieber auf Nummer sicher gehen, vor allem, wenn es um unsere Kleinen geht. BPA findet sich übrigens auch in CDs und vor allem Thermopapier. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin rät daher, kleine Kinder nicht mit Kassenbons, Fahrkarten oder Parktickets spielen zu lassen!

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