Stillen ist gut – Fläschengeben ist böse. Oder anders herum? Wer keine Lust auf diesen Streit hat, für den gibt es die perfekte Kompromisslösung: Zwiemilch ist das Stichwort, hinter dem sich die ideale Kombination aus beiden Fütter-Methoden verbirgt.

Jede von uns kennt den Streit um die große S-Frage. Ein „Stillst du?“ kann eine frischgebackene Mutter ganz schön aus der Bahn werfen, sofern sie ihrem Baby keine Muttermilch geben kann, darf oder aus ganz persönlichen Gründen heraus nicht möchte. Stillende Mütter verfechten derweil ihren Job als Ernährerin wacker und haben dafür ihren ganz eigenen Hintergrund: Stillen ist körperlich anstrengend, Nerven aufreibend und zwar eine gute, aber nicht gerade die leichteste Variante, sein Baby zu verpflegen.

Oftmals haben die lieben Kleinen nämlich ihre ganz eigene Vorstellung davon, was und wie sie gerne essen wollen. Mal gibt es eine Lieblingsbrust, mal wird zum Futter-Boykott geschrien, mal geht es nicht schnell genug an Mamas Busen, mal kommt nicht die gewünschte Menge Milch. Flaschenmamis dürfen sich an dieser Stelle zurücklehnen und aufatmen, dass zumindest dieser Kelch an ihnen vorübergeht. Doch was machen die Mamis, die gern weiter stillen möchten, aber fürchten, es nicht zu können?

Warum entweder Brust oder Flasche? Beides!

Wer Themen wie etwa die umstrittene Saugverwirrung mal außen vor lässt, für den ergibt sich in der großen Stillkrise eine wunderbare Kompromisslösung. Brust UND Flasche lautet die Lösung – und für diese gibt es sogar einen offiziellen Begriff: Zwiemilch. Meine Tochter ist selbst freudige und bekennende Anhängerin dieser Baby-Fütter-Religion. Tagsüber begnügt sie sich mit Muttermilch, wenn sie richtig Durst hat, trinkt sie auch mal ein Fläschchen Tee. Zur Nacht hin gibt’s dann eine Flasche industriell hergestellte Milch, weil diese offenbar ein angenehmes „Plopp“ im Magen verursacht, das die kleine Madame bis morgens durchschlafen lässt. Und das im Alter von nur wenigen Wochen. Saugverwirrung? Ekel? Abstoßen der Brust? Fehlanzeige. Die Kombi macht’s.

Natürlich ist nicht jedes Kind gleich und jede Mutter muss für sich und ihr Nuckelchen selbst einen Weg finden, wie sich Brust und Flasche am besten miteinander kombinieren lassen. Experten empfehlen etwa, das Baby erst zum Stillen anzulegen und dann innerhalb derselben Mahlzeit zur Flasche zu wechseln. Welche Menge an Milchpulver hier erforderlich ist, hängt natürlich stark vom Kind und seinem Hunger ab. Mit der Zeit kristallisiert sich aber deutlich heraus, wie viel Milch aus der Brust wie viel fertige Flaschennahrung im Anschluss braucht, damit das Kleine wirklich satt ist. Als Mami bekommst du schnell ein Gefühl dafür, nach wie viel Stillzeit und mit welcher Saugintensität das Baby zum Beispiel noch 60ml Milchpulver-Fläschchen zusätzlich braucht.

Manche Mütter schwören auf die getrennte Abwechslung der beiden Fütter-Methoden: Mal Brust, mal Flasche. Ganz danach gerichtet, wie es der Tagesablauf erfordert. Hat das Baby einen Tag, an dem es etwa besonders viel Hunger hat, wird Mama sehr erleichtert sein, dass sie zufüttern kann und ihre Brust diese „Last“ nicht allein tragen muss. Steht ein Termin an, den Mama gerne (ohne Stillen oder sogar ohne Baby) wahrnehmen möchte, übernimmt kurzerhand die Flasche das Sattmachen. So oder so ergibt sich eine angenehme Unabhängigkeit von Mutter und Kind.

Schlechtes Gewissen? Fehlanzeige!

Zwiemilch ermöglicht es der Mami, die Vorteile von Stillen und Flaschenfütterung optimal zu nutzen. Das Baby bekommt über die Muttermilch alles, was laut Stillverfechtern unabdingbar für das kleine Lebewesen ist: Vitamine, Abwehrstoffe, ein starkes Immunsystem. Durch die Pulver-Nahrung ist gewährleistet, dass das Kind stets satt und dadurch zufrieden ist.

Der Druck, den eine Stillkrise mit sich bringt, lässt nach – die Stillbeziehung zwischen Mami und Baby entspannt sich deutlich. Die Ängste, man könne sein Kind nicht richtig ernähren oder ihm genug bieten, damit es sich ideal entwickelt, verlieren sich im Gefühl, endlich etwas richtig gemacht zu haben.

Wir haben euch die wichtigsten Fragen und Antworten rund ums Thema Zwiemilch zusammengestellt ->

Erster Kommentar: Stillen oder Flasche? Zwiemilch heißt die Lösung

  1. Lydi sagt:

    Herzlichen Dank für den guten Artikel. Ich habe meine kleine Maus vier Monate voll gestillt, und sehnte mich nach ein wenig mehr Unabhänigkeit. Nun bekommt sie ein bis zweimal am Tag die Flasche und ich stille nach Bedarf weiter. Es ist schön, das Stillen wieder zu genießen, und ebenfalls schön, wenn der Papa füttert und ich intensiver Zeit habe für die zweite große Maus.

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