Du stillst dein Baby, willst aber trotzdem die Vorteile des Fläschchengebens nutzen? Dann ist Zwiemilch vermutlich genau das, was du gesucht hast. Zwiemilch ist der offizielle Begriff für eine Kombination aus Füttern via Muttermilch und industrieller Babynahrung. Wir haben dir die wichtigsten Fragen zu diesem Ernährungsmodell beantwortet.

Nimmt mein Baby überhaupt noch die Brust, wenn es mal aus einer Flasche getrunken hat?

An der Brust wird das Baby aktiv gefordert: Es muss den Busen mit einer bestimmten Saugtechnik (Zusammenspiel aus einer Kaubewegung des Kiefers, Saugen und Schlucken) dazu anregen, ihm Milch zu geben. Bei der Flasche ist das anders. Baby saugt, Milch fließt – je nach Sauger sogar deutlich schneller und mit wesentlich mehr Milch als an der Brust. Natürlich kann es sein, dass dein Baby die Flasche viel komfortabler findet und deshalb nur noch ungern zur “harten Arbeit” an der Brust zurückkehrt.

Deshalb solltest du darauf achten, dass das Baby die Brust nie ganz aus dem Blick verliert. Heißt: Gestalte den Übergang zwischen den beiden Fütterungs-Varianten nicht zu abrupt. Gib bei den Mahlzeiten erst die Brust und stille erst den übrigen Bedarf des Kleinen mit angerührter Milch. Oder achte, wenn du Brust und Flasche alleinig, aber abwechselnd geben willst, darauf, dass dein Baby am Tag auch wirklich beides bekommt. Lass dich nicht dazu hinreißen, einen Tag lang komplett die Flasche zu geben und ganz auf das Stillen zu verzichten. So sendest du deinem Körper das Signal, dass er weniger bis gar keine Milch mehr produzieren muss, weil sie nicht mehr benötigt wird. Damit stillst du quasi unfreiwillig ab.

Die Muttermilch wird weniger. Was soll ich tun?

Damit die Milchproduktion nicht zurückgeht oder sogar ganz aufhört, musst du deine Brust weiterhin intensiv stimulieren. Wird das Baby also mal in einem Fütter-Durchgang nicht gestillt, sondern mit der Flasche versorgt, sollte der Brust dennoch signalisiert werden: Hey, wir brauchen dich noch, mach mal bitte weiterhin Milch.

Das geht zum einen, indem du das Baby wie bereits beschrieben bei jeder Mahlzeit erst an die Brust anlegst und ihm dann das Fläschchen gibst. Ersetzt du eine Mahlzeit ganz durch die Flasche, kannst du die Portion Muttermilch, die nun nicht benötigt wird, abpumpen mit einer Milchpumpe. Denk daran, dass du die Still-Mahlzeiten voll ausnutzt und dein Kleines ruhig mal etwas länger saugen lässt, bis es wirklich satt und die Brust entsprechend entleert ist. So merkt Letztere: Ja, ich werde noch gebraucht. Wichtig ist stets, dass du dein Baby langsam an das Zusammenspiel von Brust und Flasche gewöhnst – nicht nur des Kindes, sondern vor allem auch des Milchspendereflexes wegen.

Welches Milchpulver sollte bei Zwiemilch verwenden?

Babys, die bereits von Geburt an mit Fläschchen gefüttert werden, erhalten üblicherweise Pre-Nahrung. Diese gibt es von allen handelsüblichen Milchpulver-Herstellern, oftmals sogar auch als HA-Pre-Nahrung, die vor allem für Kinder mit Allergierisiko geeignet ist und laut einigen Müttern vom Baby manchmal auch besser vertragen wird. Pre-Nahrung kannst du wunderbar und bedenkenlos zur Muttermilch zufüttern. Sie bietet eine gute Ergänzung, vor allem in den ersten Lebensmonaten.

1er-Milchpulver enthält deutlich mehr Stärke als Pre. Das macht das Baby zwar satter, allerdings auch anfälliger für Bauchschmerzen. Außerdem solltest du dich hier sehr genau an die vorgegebene Tagesmenge halten und diese – inklusive Muttermilch – nicht überschreiten. Auf jeder Verpackung steht genau drauf, wie viele Fläschchen á wie viel Milliliter dein Kleines am Tag trinken soll. Überschreitest du diesen Bedarf – wie gesagt, inklusive Muttermilch -, ist das zu viel des Guten für das Baby.

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Welches Fläschchen sollte ich verwenden?

Damit der Unterschied zwischen Brust und Flasche für das Baby so gering wie möglich ausfällt, solltest du bei deinen Fläschchen darauf achten, dass sie einen kleinen Sauger haben. Im Idealfall verwendest du einen Ein-Loch-Sauger, denn hier muss sich Nuckelchen ebenso wie an der Brust etwas mehr anstrengen, um an Milch zu kommen. Ist der Sauger zu groß, wird Trinken an der Flasche für dein Kind zum Schlaraffenland und die Brust gänzlich uninteressant.

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Verträgt Babys Darm die Misch-Ernährung überhaupt?

Zuerst: Dein Baby dürfte von der “Mischung der Milchsorten” nicht mehr oder weniger Bauchweh oder Blähungen haben als sonst. Zwar sagt man Milchpulver-Nahrung dies gern nach – das Verhalten von Babys Darm hängt hier stark vom Kind und dem jeweiligen Milchpulver ab. Verträgt ein Kind Milchpulver der Firma A nicht besonders gut, probiert man es einfach mal mit Milchpulver der Firma B. Oftmals ist das Problem damit bereits gelöst. Nur keine Scheu davor, das Milchpulver einfach zu wechseln, wenn dein Nuckelchen plötzlich Beschwerden im Bauch oder anderswo bekommt. Das liegt nicht am Prinzip Flaschennahrung. Hierzu kannst du dich gern genauer mit deinem Arzt oder deiner Hebamme abstimmen.

Muttermilch und Fläschchen vertragen sich also per se gut. Die einzige sichtbare Veränderung ist Babys Stuhlgang. Dieser wird durch das Füttern von Flaschennahrung an Anzahl und Masse zunehmen – auch die Konsistenz verändert sich etwas. Also nicht erschrecken.

Warum trinkt mein Baby nicht, wenn ich ihm die Flasche gebe?

Hierfür kann es viele Gründe geben. Einer davon könnte sein, dass dein Baby einfach nicht gern aus der Flasche trinkt, weil es das eben nicht kennt. Gewöhne es langsam daran, gern mit einem Sauger, der der mütterlichen Brust nachempfunden ist (Stichwort Calma). Manche versuchen es mit ein paar Tropfen Muttermilch auf dem Sauger, um das Baby zu “ködern”. Andere geben zur Eingewöhnung erst mal nur Fläschchen mit abgepumpter Muttermilch.

Ein anderer Grund könnte aber auch sein, dass dein Baby dich ausschließlich mit Trinken an der Brust in Verbindung bringt. Die Saugverwirrung betrifft also nicht das Saugverhalten, sondern vielmehr den, der füttert. Klingt albern, aber es kann tatsächlich sein, dass der Winzling die Flasche nur von anderen Personen nimmt, nicht aber von seiner Mutter. Mama = Brust, Flasche = ? – das kann in Babys Kopf schon mal für Irritation sorgen.

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