(c) Öko-Test
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Alle Jahre wieder warten Eltern sehnlichst auf die Veröffentlichung der Testergebnisse von Öko-Test zum Thema Milchpulver und Säuglingsmilch. Auch im Jahr 2016 kursieren bereits erste Zahlen und Informationen im Internet, doch erst mit Herausgabe des entsprechenden Hefts werden wir wissen, wie Hipp, Milupa, Nestlé und Co. abgeschnitten haben. Wird es überhaupt einen Öko-Test 2016 zum Thema Babynahrung geben? Und wie werden die Milchpulver abschneiden?

Die Antwort auf letztere Frage wird viele Mütter in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen. Der Griff zur bisherigen Sorte wird überdacht und stattdessen womöglich ein anderes Produkt gekauft, von dem völlig unklar ist, wie das Baby darauf reagieren wird. Die Gefahr, sich vom Öko-Test-Urteil einschüchtern und beeinflussen zu lassen, ist groß. Doch Hebammen, mit denen wir gesprochen haben, raten, die Testergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Die Test-Kriterien sind oftmals nicht die, die letztlich wirklich Rückschlüsse auf die Qualität eines Produkts zulassen.

Ergebnisse von Öko-Test verunsichern Eltern mehr als nötig

Im Jahr 2015 hatten die fatalen Ergebnisse von Öko-Test hinsichtlich Säuglingsmilchnahrungen und Folgemilch Eltern sehr verunsichert. Milchpulver, die sonst als qualitativ hochwertig gelten, wurden im Test teilweise extrem abgestraft. Grund hierfür sollen laut Öko-Test hauptsächlich die 3-MCPD-Werte gewesen sein. Zum Hintergrund: 3-Monochlorpropandiol (3-MCPD) ist ein Schadstoff, der sich in vielen Lebensmitteln findet und mit raffinierten Pflanzenölen und -fetten reagiert. Tierversuche haben gezeigt, dass es in zu hoher Konzetration zu Nierenbeschwerden oder sogar gutartigen Tumoren kommen kann. Lässt man diese Info unkommentiert stehen, ist verständlich, warum sie bei Eltern Ängste hervorrufen.

Kein akutes Gesundheitsrisiko

Öko-Test musste nach den Vergleichen selbst einräumen: “Zugegeben: Wir haben einen strengen Maßstab angelegt. […] Dabei haben wir berücksichtigt, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die 3-MCPD-Gehalte zwar als hoch einschätzt, ein akutes Gesundheitsrisiko aber ausschließt.” Eine akute Gesundheitsgefahr für unsere Kinder geht also von keinem der getesteten Milchpulver-Produkte aus. Auch nicht von den Rückständen von Chlorat, das durch Wasser in die Tiernahrung und somit letztlich auch in das Milchpulver gelangen kann – was allerdings für alle Produkte, bei deren Produktion tierische Produkte oder Wasser benötigt wird.

Vorsicht vor übereiltem Wechsel der Marke!

Daher sollten Eltern nach Bekanntgabe der Öko-Test-Ergebnisse 2016 keinesfalls blindlings ihr Milchpulver wechseln! Damit tut man dem Baby keinen Gefallen. Die meisten Eltern mussten viele Marken und Produkte testen, bis sie eines gefunden haben, das ihr Baby auch wirklich verträgt – von dem es nicht spuckt, keine Bauchschmerzen oder Ausschläge bekommt. Hat man erst einmal eine Säuglingsmilchnahrung gefunden, die das Kleine gerne trinkt und dabei fit, gesund und glücklich bleibt, wäre es schon fast fahrlässig, aufgrund eines Öko-Test-Urteils das Milchpulver zu wechseln.

Produktwerbung zählt in den Test mit rein

Zumal in die Testergebnisse von 2015 sogar die Produktwerbung mit berücksichtigt wurde bei den Platzierungen. Bedeutet: Ein schlechtes Testergebnis hing unter anderem damit zusammen, wie massiv und offensiv ein Hersteller für das jeweilige Produkt wirbt. Das, liebe Eltern, ist aber nun wirklich nichts, was sich auf die Qualität und die Zusammensetzung von Säuglingsmilchnahrung auswirkt.

Öko-Test 2016 zum Thema Milchpulver auch bei uns

Natürlich möchten wir euch die Ergebnisse des Öko-Test 2016 zu Milchpulver, Säuglingsmilchnahrung und Anfangsmilchen nicht vorenthalten. Sollten diese demnächst veröffentlicht werden, erfahrt ihr an genau dieser Stelle, welche Marken und Produkte wie abgeschnitten haben. Wir bitten euch aber stets im Hinterkopf zu behalten, wie getestet wird und was das tatsächlich für euch, euer Baby und dessen Nahrung zu bedeuten hat – meist nämlich viel weniger als man glaubt. In erster Linie schaden die Urteile nicht den Kindern, sondern den Herstellern von Babynahrung.

 


 

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